Marketing

Im Berichtsjahr waren das Hörakustik-Unternehmen Neuroth und der Gesundheitslogistiker Publicare Premiumpartner von Spitex Schweiz. Neuroth bietet hochwertige Lösungen im Bereich Hörgeräte und Gehörschutz an. Das Familienunternehmen aus Österreich beschäftigt derzeit rund 1200 Mitarbeitende in sechs Ländern. Das Ziel von Neuroth ist es, Menschen mit Hörminderung wieder in das soziale Leben zu integrieren. Neuroth bietet kostenlose Hörtests, persönliche Beratung zu den neuesten Hörgeräte-Technologien, Hausbesuche sowie umfassenden Service für alle Hörgeräte-Marken. Eines der gemeinsamen Projekte mit Spitex Schweiz sind Mitarbeiterschulungen, die allerdings wegen der Pandemie im Berichtsjahr nicht durchgeführt werden konnten. Fachpersonen von Neuroth bilden dabei Spitex-Mitarbeitende, die in ihrer täglichen Arbeit mit Hörgeräten und Personen mit Hörminderung in Kontakt sind, im Umgang mit Hörgeräten aus.

Die zweite Premiumpartnerin von Spitex Schweiz ist Publicare AG, die schweizweit grösste Lieferantin und Dienstleisterin im Bereich medizinische Hilfsmittel bei Inkontinenz, Stoma- und Tracheostoma-Versorgung sowie Wundbehandlung. Publicare mit Sitz im aargauischen Oberrohrdorf unterstützt ihre Kundinnen und Kunden von der Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln bis hin zur Abwicklung mit der Versicherung. Publicare versteht sich als Schnittstelle zwischen Endkunden, Fachpersonen, Institutionen, Leistungserbringern, Versicherern und Lieferanten. 1993 gegründet, unterstützen derzeit 90 Publicare-Mitarbeitende, davon 34 im Kundendienst und 11 im Aussendienst, ihre Kunden von der Beratung über digitale Anbindungen bis zur Abrechnung mit den Leistungsträgern.

Spitex Schweiz freut sich zudem, den bedeutenden Versicherungsdienstleister Allianz Suisse als neuen Premiumpartner gewonnen zu haben. Im Berichtsjahr liefen die vorbereitenden vertraglichen Verhandlungen für die Partnerschaft, die am 1.1.2022 in Kraft trat. Allianz Suisse engagiert sich bereits seit vielen Jahren stark im sozialen Bereich. Dieses Engagement für das Gemeinwohl verstärkt Allianz Suisse künftig als Premiumpartnerin von Spitex Schweiz.

Weitere namhafte Unternehmen, die über die gleichen Werte wie Spitex Schweiz verfügen, gehen mit Spitex Schweiz langfristige Partnerschaften ein. So ist zum Beispiel iba (Büromaterial, Büromöbel) bereits mehr als zwei Jahrzehnte Partner von Spitex. Und seit drei Jahren ist Smart-Life Care Partner von Spitex Schweiz. Das Engagement dieser Unternehmen ist auch ein Vertrauensbeweis für die Arbeit der Spitex.

Wir danken allen unseren Partnern für ihre Unterstützung und freuen uns auf die Fortsetzung dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit. Mit ihrem wertvollen Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag, damit Menschen möglichst lange zu Hause leben können.

Premiumpartner 2021

  • Neuroth (Akustik-Spezialist für Hörgeräte und Gehörschutz)
  • Publicare AG (Gesundheitslogistiker)

Partner 2021

  • iba (Büromaterial, Büromöbel)
  • SmartLife Care (Notruflösungen)

Projekt- und Lizenzpartner 2021

  • Rigert AG (Treppen- und Senkrechtlifte)
  • webways ag (Spitex-Website/Stellenportal)
  • Emil Frey (Jaguar, Lexus, Kia, Mitsubishi, Land Rover, Subaru, Suzuki, Toyota, Citroën, Peugeot, Opel und DS Automobiles)
  • Kuhn und Bieri AG (Medizinprodukte und Verbrauchsmaterial)
  • Swisscom

Preferred Partners 2021

  • Bopp Solutions (Schlüsselaufbewahrungssysteme)
  • Fiat Chrysler Automobiles (Alfa Romeo, Fiat, Fiat Professional, Jeep, Abarth)
  • Renault
  • Smart/Mercedes
  • Würth Financial Services (Versicherungsbroker)

Die meisten Firmen bieten den Spitex-Organisationen attraktive Sonderkonditionen an. Detailliertere Informationen sind im Extranet von Spitex Schweiz zu finden.

Branchenentwicklung

Finanzmanual

Die Arbeit mit dem neuen Finanzmanual ist für viele Spitex-Organisationen bereits Routine. Es gibt aber auch zahlreiche Organisationen, die erst per 1.1.2022 auf das neue Finanzmanual umgestiegen sind und sich 2021 auf die Einführung vorbereitet haben. Der Support durch die Firma BDO hat sich sowohl im Hinblick auf die Einführung als auch für die anwendenden Spitex-Organisationen bewährt. Die meisten Anwendungsfragen können in diesem Rahmen beantwortet werden.

Studie Komplexität

Immer mehr Spitex-Organisationen berichten, dass sie mit sehr komplexen Fällen konfrontiert sind. Was diese Komplexität beinhaltet oder ausmacht ist jedoch nicht immer einfach zu beschreiben. Spitex Schweiz hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW mit einer Studie beauftragt, welche verschiedene Fragen zur Komplexität klären soll. Im Rahmen einer Vorstudie hat die Projektleitung der ZHAW zusammen mit einer Expertengruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Spitex-Organisationen, Faktoren definiert, die zur Komplexität beitragen, und daraus ein Komplexitätsmodell erarbeitet. Im Frühling 2021 fanden Expertenworkshops statt, in denen auf der Grundlage des Komplexitätsmodells eine Definition für Komplexität erarbeitet wurde. Dies alles bildet die Grundlage für die Phase der Hauptstudie. Hier soll mittels einer Datenerhebung bei ausgewählten Spitex-Organisationen abgeklärt werden, ob die ermittelten Komplexitätsfaktoren einen Einfluss auf die Leistungsintensität der Pflegefälle haben. Mit Leistungsintensität ist einerseits der zeitliche Aufwand zur Erbringung der Pflegeleistungen und der Anteil der A-Leistungen an den erbrachten Pflegeleistungen gemeint. Anderseits soll ermittelt werden, wie hoch die Anzahl und der Anteil der komplexen und leistungsintensiven Fälle bei den teilnehmenden Organisationen ist. Die Resultate der Studien werden wichtige Grundlagen liefern, auf die sich Spitex Schweiz im Rahmen der Diskussionen rund um die künftige Pflegefinanzierung (EFAS Pflege, Fallpauschalen usw.) stützen kann. Die Studie soll per Ende 2023 abgeschlossen sein.

Projekt innosuisse

Im innosuisse-Projekt werden unter der Federführung der HSLU zusammen mit den Wirtschaftspartnern Heyde und Polynomics ein Kostenrechnungstool und eine Benchmarking-Plattform entwickelt. 2021 wurden Vorbereitungsarbeiten inkl. einer Testphase für das Kostenrechnungstool mit rund 50 Basis-Organisationen durchgeführt. Ende 2021 ist das Projekt mit interessierten Organisationen gestartet, die das Kostenrechnungstool von Heyde nutzen werden. Ab Sommer 2022 soll die Benchmarking-Plattform von Polynomics für die Organisationen zugänglich sein, mit der auf der Basis harmonisierter Daten Vergleiche zwischen Organisationen gemacht werden können und Kennzahlen für die Branche vorliegen werden. Die Datennutzung ist in einem Teilnehmervertrag geregelt. Spitex Schweiz erachtet die innosuisse-Tools als zentral. Spitex Schweiz wird in der Begleitgruppe der Benchmarking-Plattform vertreten sein, um die Auswertungen aktiv mitgestalten zu können. Das neue Finanzmanual von Spitex Schweiz bildet die Grundlage für die Arbeiten im innosuisse-Projekt.

Bildung

Weiterentwicklung der höheren Berufsbildungen

Laut nationalem Versorgungsbericht 2021 von Obsan, GDK und OdASanté werden in den nächsten 10 Jahren in der Spitex zusätzlich 2600 Pflegende auf Tertiärstufe fehlen. Hier setzt das Projekt «Positionierung Höhere Fachschule (HF)» des SBFI der Berufsbildung 2030 an. Zusammen mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband SAV, OdASanté, Curaviva und H+ setzt sich Spitex Schweiz für die Stärkung der Ausbildungen ein. Ziel des Projektes ist es, die Berufsbildung auf Stufe höhere Berufsbildung (HBB) und insbesondere die Stufe Höhere Fachschule HF in der gesamten Gesundheitsbranche einheitlich zu stärken.
Verschiedene Fragen müssen aber vorerst geklärt werden: Wie sieht es mit den Schnittstellen Höhere Fachschule, eidgenössische Prüfungen und Fachhochschule aus und wie gestaltet sich die Anbieterstruktur? Wie finanzieren sich die Ausbildungsgänge und wie sieht es mit den Verantwortlichkeiten von Bund und Kantonen auf der einen Seite und OdASanté und den Branchenverbänden auf der anderen Seite aus? Diese Fragen wurden in zahlreichen Sitzungen diskutiert. Erste Lösungsansätze liegen bereits vor. Es stehen weiterhin spannende und wichtige Entwicklungsschritte an.

2020 hat OdASanté das Projekt «Abschlüsse Pflege» angestossen. Mit diesem Projekt soll eine umfassende Sicht auf das Berufsfeld der Pflege aufgezeigt werden und die zukünftigen Anforderungen an die Berufsprofile sollen abgeleitet werden. Spitex Schweiz sorgt dafür, dass Fachpersonen aus der Spitexbranche in den verschiedenen Workshops und Arbeitsgruppen vertreten sind, und unterstützt die Projektleitung von OdASanté mit ihrer Expertise.

Grundlagen und Entwicklung

Überarbeitetes Qualitätsmanual

Spitex Schweiz hat das Qualitätsmanual aus dem Jahr 2010 überarbeitet. Bei der Überarbeitung wurde den kontinuierlichen Entwicklungen der letzten 12 Jahre in der Pflege und Unterstützung zu Hause und dem Qualitätsmanagement Rechnung getragen. Durch den Einsatz einer Begleitgruppe, bestehend aus Fachpersonen aus diversen Spitex-Organisationen und Spitex-Kantonalverbänden, wurde den vielfältigen kantonalen bzw. regionalen und organisationalen Besonderheiten Rechnung getragen. Mit Unterstützung der Firma Socialdesign wurden die Inhalte des bestehenden Qualitätsmanuals aktualisiert und neue Vorgaben integriert. Das Qualitätsmanual wird im zweiten Quartal 2022 in den Sprachen Französisch, Italienisch und Deutsch bereitstehen.

Wichtigkeit von Daten

Aufgrund der Dynamik in der Branche nimmt die Wichtigkeit von Daten im Spitex-Bereich (z.B. klinische Daten, Leistungs- und Kostendaten) kontinuierlich zu. Neue Vorgaben und Erwartungen an die ambulante Pflege und Unterstützung und Diskussionen rund um die Finanzierung von ambulanten Pflegeleistungen treiben diese Dynamik an. Spitex Schweiz braucht zwingend mehr Datengrundlagen, um sich in der Debatte rund um die Pflegefinanzierung, bei Tarifverhandlungen sowie in der Umsetzung der Pflegeinitiative und vielem mehr gut positionieren zu können. Eine entsprechende Datenstrategie ist in Vorbereitung. Um eine gute Datengrundlage zu schaffen, ist Spitex Schweiz darauf angewiesen, dass sich die Spitex-Organisationen an den von Spitex Schweiz durchgeführten Datenerhebungen oder bei nationalen Datenbanken wie beispielsweise HomeCareData oder der Benchmarking-Plattform von Polynomics aktiv beteiligen. Um flächendeckende und präzise Aussagen machen zu können, sind bei Datenerhebungen hohe Teilnahmequoten erforderlich.

Anstellung von pflegenden Angehörigen

Ein Bundesgerichtsentscheid von 2019 hält fest, dass Leistungen der Grundpflege durch pflegende Angehörige, welche bei einer Spitex-Organisation mit entsprechender Betriebsbewilligung angestellt sind – auch ohne entsprechende Ausbildung –, abgerechnet werden dürfen. Der Vorstand von Spitex Schweiz weist darauf hin, dass Spitex-Organisationen pflegende Angehörige anstellen können, aber nicht dazu verpflichtet sind. Im Rahmen der Neuverhandlung der Administrativverträge wird diesem Bundesgerichtsentscheid Rechnung getragen und entsprechend festgehalten, dass künftig pflegende Angehörige entsprechend abzubilden sind.

Ein Qualitätsvertrag zwischen Leistungserbringern und Versicherern

Art. 58a des Krankenversicherungsgesetzes verpflichtet die Verbände der Leistungserbringer und der Versicherer zum Abschluss eines gesamtschweizerisch geltenden Vertrags über die Qualitätsentwicklung. Der Qualitätsvertrag regelt unter anderem die Qualitätsmessungen, die Massnahmen der Qualitätsentwicklung, die Überprüfung der Einhaltung der Verbesserungsmassnahmen und die Zusammenarbeit der Vertragspartner. Unter der Leitung von Spitex Schweiz und in Zusammenarbeit mit Curacasa/SBK, der Dachorganisation der freischaffenden Pflegefachpersonen, und dem Verband der privaten Spitex-Organisationen ASPS wurde mit den beiden Versichererverbänden Curafutura und Santésuisse ein Qualitätsvertrag für die ambulante Pflege verhandelt. Die Verhandlungen waren anspruchsvoll, aber dennoch konstruktiv. Aus Sicht von Spitex Schweiz ist zentral, dass die Aufwände der Leistungserbringer, die sich aus dem Qualitätsvertrag ergeben, vertretbar sind und abgegolten werden. Diese Forderung muss aber dringend noch geklärt werden. Der Bundesrat hat Mitte März 2022 die Qualitätsstrategie veröffentlicht. Diese hält neu fest, dass die Aufwände in Zusammenhang mit dem Qualitätsvertrag bereits heute durch die OKP abgegolten seien, was aber uE nicht der Fall ist. Es werden zusätzliche Aufwände entstehen, die zwingend abgegolten werden müssen. Spitex Schweiz wird den Qualitätsvertrag erst unterzeichnen, wenn diese Frage geklärt ist.

Weitere Steigerung der Nutzung der neuen interRAI-Instrumente

Es ist erfreulich, dass auch 2021 bei weiteren Spitex-Software-Anbietern die interRAI-Module zertifiziert werden konnten. Bis Ende 2021 nutzten bereits 550 Spitex-Betriebe die neuen interRAI-Module in ihrer Software. Der Austausch mit den interRAI-Ausbildnern und -Ausbildnerinnen und die ERFA-Treffen der HomeCareData-Nutzenden fanden auch im Berichtsjahr aufgrund der Pandemie online statt. Weiterhin wurden zahlreiche Fragen zur Anwendung der neuen interRAI-Instrumente und dem Arbeiten mit CAPs und Skalen beantwortet.

Nutzung von HomeCareData für Nichtmitglieder

2021 konnten erstmals die neuen Halbjahresberichte für die an HomeCareData (HCD) teilnehmenden Organisationen publiziert werden. Die Nutzerzahlen steigen kontinuierlich weiter und sind nun auf 153 gewachsen. Ebenso steigt das Interesse an HomeCareData auch vonseiten der kantonalen Gesundheitsbehörden, in einigen Kantonen wird die Nutzung von HomeCareData gar als verbindlich erklärt. Damit geht die Anerkennung von HCD als wichtiges Qualitätsinstrument einher. Die Kommission HCD und der Vorstand haben sich zudem mit der Erweiterung der HCD-Dienstleistung auseinandergesetzt. So soll die Nutzung von HCD auch für Nichtmitglieder, die mit interRAI-Instrumenten arbeiten, angestrebt und mittels einmaliger Gebühr ermöglicht werden.

Versicherungsverträge

Die erneute Kündigung des Administrativvertrags per Ende 2021 machte Neuverhandlungen notwendig. Tarifsuisse AG begründete die Kündigung mit der neuen MiGeL-Regelung per Oktober 2021 und der KLV-Änderung, die schon im Laufe des Jahres 2020 in Kraft getreten war. Auch wenn solche Verhandlungen immer mit Unsicherheiten behaftet sind, akzeptierte die Tarifsuisse AG die im Jahr zuvor mit der HSK und der CSS verhandelten Administrativverträge als Verhandlungsgrundlage – ein durchaus positiver Aspekt. Die zu verhandelnden Punkte beschränkten sich so insbesondere auf die Kontrollprozesse sowie die Modalitäten bei der Bedarfsmeldung und der Rechnungsstellung und natürlich auf die Anpassung der vertraglichen Bestimmungen in Bezug auf MiGeL.

In der ersten der beiden Verhandlungssitzungen von September und November 2021 konnten die relevanten Verhandlungsthemen und auch die grössten Differenzen umrissen werden. Die zweite Verhandlungsrunde brachte uns inhaltlich einen grossen Schritt weiter. Wir konnten die Differenzen dank der konstruktiven Haltung und viel Verständnis aufseiten von Tarifsuisse AG bereinigen. Der neue Administrativvertrag mit Tarifsuisse AG wird per März 2022 (mit rückwirkender Wirkung per Januar 2022) in Kraft treten.

Tarifvertrag IV/UV/MV: Projekt Überprüfung Kostenparameter

Das Projekt zur Überprüfung der Kostenparameter, das die Daten für die Neuverhandlung der IV/UV/MV-Tarife liefern soll, wurde im Jahr 2021 fortgesetzt. Seit Januar 2020 erfassen zu diesem Zweck acht Kinderspitex-Organisationen, welche für den IV-Bereich am Projekt teilnehmen, und neun Spitex-Organisationen, welche Daten für den UV-Bereich liefern, ihre Zeit und ihre Leistungen nach den Vorgaben des neuen Finanzmanuals. Die Daten liegen im ersten Semester 2022 vor, sodass dann die Neuverhandlungen des Tarifvertrages aufgenommen werden können.

Ebenfalls im Rahmen der Überprüfung der Parameter wurde unter der Leitung von Perinnova eine Lohnerhebung durchgeführt, an der 144 Spitex-Organisationen aus der ganzen Schweiz teilnahmen. Auch diese Daten werden in die Tarifverhandlungen einfliessen.

Kommunikation/Marketing

Mit intensiver Medienarbeit und Social-Media-Aktivitäten sowie in der Kommunikation rund um die Abstimmung über die Pflegeinitiative beziehungsweise den indirekten Gegenvorschlag wurde die Dringlichkeit des Fachkräftebedarfs in der ambulanten Pflege in das Bewusstsein der Branche und der Öffentlichkeit gerückt.

Spitex-Tag zum Thema Fachkräftebedarf

Der Spitex-Tag vom 4. September 2021 wurde im Bewusstsein konzipiert, dass die Spitex-Organisationen aufgrund der Pandemie-Einschränkungen keine Anlässe mit Publikumsbeteiligung in geschlossenen Räumen durchführen können. Das Ressort entschied sich gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Kommunikation ebenfalls für das wichtige Thema Fachkräftebedarf. Spitex Schweiz verbreitete eine Medienmitteilung und stellte den Kantonalverbänden und Basisorganisationen Vorlagen für Kommunikationsmittel zur Verfügung. Einzelne Spitex-Organisationen kamen bei Anlässen im Freien mit der Bevölkerung in Kontakt, andere nutzten den Spitex-Tag, um ihren Klientinnen und Klienten ein kleines Geschenk zu übergeben. Spitex Schweiz schaltete zum Spitex-Tag mehrere Inserate in nationalen Publikums- und Fachmedien mit hoher Reichweite.

Grosse Medienpräsenz

Die Spitex war im Berichtsjahr in den Medien sehr präsent, entsprechend musste Spitex Schweiz viel Medienarbeit bewältigen. Im Zentrum standen insbesondere Themen rund um die Pandemie.

Verstärkte Social-Media-Aktivitäten

Spitex Schweiz verstärkte im Berichtsjahr ihre Social-Media-Aktivitäten und bewirtschaftete ihre Kanäle intensiver. Steigende Userzahlen und die Interaktionen mit der Community belegen ein steigendes Interesse an der Social-Media-Präsenz von Spitex Schweiz.

«Spitex Magazin»-Leserumfrage

Das «Spitex Magazin» publizierte im Berichtsjahr erneut eine grosse Fülle von spannenden und vielfältigen Berichten über aktuelle Themen aus der Spitex-Welt. Um das «Spitex Magazin» weiter zu verbessern und es in Zukunft auch in digitaler Form anzubieten, wurden die Gewohnheiten und Präferenzen der Leserschaft mittels einer Umfrage ermittelt. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und analysiert und fliessen in ein Konzept für ein zukünftiges Webmagazin ein.

Aktion «Weihnachtspost» mit Migros Engagement

Gemeinsam mit Migros Engagement führte Spitex Schweiz die Aktion «Weihnachtspost – schenken Sie jemandem ein Lächeln» durch. Mitarbeitende von 120 Spitex-Organisationen überreichten ihren Klientinnen und Klienten insgesamt über 33’000 Weihnachtskarten, die Menschen aus der Bevölkerung auf einer Webplattform der Migros verfasst hatten. 88 Prozent der Absenderinnen und Absender gaben dabei ihre Adresse an und eröffneten somit die Option für einen weiteren Briefwechsel.

Preisgekrönter Imagefilm

Die Kampagne «Karriere machen als Mensch» mit der Website www.langzeit-pflege.ch, welche die Steigerung der Ausbildungsabschlüsse in der Langzeitpflege auf Tertiärstufe zum Ziel hat und vom SBFI unterstützt wird, liess einen Imagefilm für die Berufe in der Langzeitpflege produzieren. Der emotionale Film «Das bewegte Leben der Rosemarie» wurde mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet.

Interessenvertretung

Pflegeinitiative und indirekter Gegenvorschlag

Im Frühling 2021 verabschiedete das eidgenössische Parlament unter dem Titel «Für eine Stärkung der Pflege, für mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» einen indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative. Der Verabschiedung gingen harte Verhandlungen voraus, die kurz vor dem Scheitern in einer Einigungskonferenz der beiden Kammern kulminierten, wo schliesslich ein breiter Konsens gefunden werden konnte. In der Schlussabstimmung wurde der indirekte Gegenvorschlag zur Volksinitiative im Nationalrat mit 194 zu 1 Stimme und im Ständerat mit 43 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Auch wenn sich die Akteure einig waren, dass der indirekte Gegenvorschlag die bestmögliche Kompromisslösung im Parlament darstellte, zogen die Initiantinnen und Initianten die Vorlage nicht zurück und es kam zur Volksabstimmung.
Am 28. November 2021 wurde die Initiative mit 61% der Stimmen und mit Ausnahme von Appenzell Innerrhoden in allen Kantonen angenommen. Das Volk hat damit ein klares Votum zur Stärkung der Pflege abgegeben. Spitex Schweiz wird sich bei der Umsetzung des Verfassungsartikels genauso konstruktiv einbringen, wie dies bereits bei der Erarbeitung des indirekten Gegenvorschlags der Fall war. Bei der Umsetzung sollen die bereits erreichten Bestimmungen des indirekten Gegenvorschlags wieder zum Zuge kommen.
Es braucht wirksame und finanzierte Massnahmen, damit mehr Personen den Pflegeberuf ergreifen, länger im Beruf bleiben und weniger Pflegende aussteigen. Die Arbeiten zur Umsetzung werden im Jahr 2022 beginnen.

«EFAS Pflege» – die Diskussion geht langsam weiter

2021 wurden die Diskussionen zur einheitlichen Finanzierung ambulant und stationär in der Kommission des Ständerates wieder aufgenommen. Allerdings erfolgte noch kein Eintreten auf die Debatte. Spitex Schweiz und weitere Pflegeverbände erachten den Einbezug der Pflege als notwendig und umsetzbar. Die Ständeratskommission wird dazu im ersten Quartal 2022 in der Detailberatung einen Entscheid fällen.
Aufgrund der Wichtigkeit des Themas und der damit verbundenen allfälligen Änderungen in der Pflegefinanzierung hat der Vorstand von Spitex Schweiz eine Arbeitsgruppe gegründet. Diese hat sich konstituiert und eine erste Beurteilung vorgenommen.

Pflegematerial

Das Parlament hatte Ende 2020 die Kostenübernahme des Pflegematerials durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung beschlossen. Die Inkraftsetzung wurde durch den Bund auf 1. Juli 2021 geplant. Die beschlossene Umsetzung war aus Sicht der Leistungserbringer zu komplex und zu kurzfristig. Auf Intervention der Verbände wurde die Inkraftsetzung um drei Monate verschoben, damit die Umsetzung im Bereich des Materials geplant werden konnte, welches ausschliesslich durch die (professionelle) Pflege angewendet wird. Dieses Material muss in einer sogenannten C-Liste neu erfasst werden, dazu müssen Anträge gestellt werden. Spitex Schweiz hat diese Arbeiten in einer Koordinationsgruppe begleitet. Es wird erst im Herbst 2022 definitiv ersichtlich sein, wo es noch Lücken bei der Vergütung haben wird.

Betreuung

Während die Kostenübernahme bei Pflegeleistungen im Krankenversicherungsgesetz (KVG) geregelt ist, gibt es bei Betreuungsleistungen sehr unterschiedliche Regelungen. Immer mehr Kantone haben sich in den letzten Jahren aus der Mitfinanzierung von Betreuungsleistungen zurückgezogen. Im Rahmen eines Vorstosses zum Einsatz von Ergänzungsleistungen für Betreutes Wohnen setzt sich Spitex Schweiz dafür ein, dass Betreuungsleistungen durch Ergänzungsleistungen mitfinanziert werden, unabhängig von der Wohnform. Ist die Betreuung besser finanziert, können alternde Menschen länger zu Hause beziehungsweise in einer betreuten Wohnung leben. Zudem können durch spätere Heimeintritte Kosten gespart werden.

Politischer Beirat

Die Kontakte mit dem Politischen Beirat haben pandemiebedingt weiter vor allem schriftlich stattgefunden. Auch wenn verschiedene Gesundheitsthemen weiterbearbeitet wurden, so war die Bewältigung der Pandemie stark im Fokus des Parlaments.
Der Vorstand hat im Dezember Barbara Gysi, Nationalrätin SP St. Gallen, per 2022 in den Beirat gewählt. Barbara Gysi ist Mitglied des Vorstands des Kantonalverbands SG|AR|AI.

Verbandsleitung

Die Delegiertenversammlung musste aufgrund der Pandemie bereits zum zweiten Mal digital durchgeführt werden. Die Delegierten widmeten sich neben den ordentlichen Traktanden dem Thema EFAS Pflege. Matthias Maurer, Dozent und stv. Leiter des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie der ZHAW, zeigte in seinem Referat auf, was die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen der Krankenversicherung im Detail bedeutet und welche Herausforderungen dieses Finanzierungssystem mit sich bringt. Für die Delegierten war es eine wichtige und anregende Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Der Strategieprozess schreitet voran

Die Nationalverbandskonferenz konnte physisch durchgeführt werden und ermöglichte so eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Strategieprozess «Verbands- und Branchenentwicklung». Konkrete Vorschläge für die Verbandsentwicklung nehmen langsam Form an. Erste Entscheide sind an der Delegiertenversammlung 2022 zu erwarten.

Verabschiedungen

An der Nationalverbandskonferenz wurden ein Vorstandsmitglied sowie zwei langjährige Geschäftsführende von Kantonalverbänden verabschiedet. Thierry Müller war seit 2016 im Vorstand unter anderem für das Ressort eHealth zuständig. Als Geschäftsführer des Kantonalverbandes Freiburg vertrat er einen zweisprachigen Kanton. Der Kantonalverband Freiburg hat sich Ende 2021 aufgelöst, als Nachfolgeorganisation plant der Kanton ein Gesundheitsnetz, welches die ambulante und stationäre Langzeitpflege unter einem Dach vereinen soll. Infolgedessen ist Thierry Müller nicht mehr als Geschäftsführer des KV Freiburg tätig und ist somit als Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz zurückgetreten. Seine Nachfolge wird an der Delegiertenversammlung 2022 gewählt.

André Altermatt, Geschäftsführer des Kantonalverbandes Jura, und Annemarie Fischer, Co-Geschäftsführerin des Kantonalverbandes Zürich, wurden in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Bemerkenswert ist, dass beide bereits 1994 bei der Gründung des Dachverbandes Spitex Schweiz mit dabei waren. Beide haben ihre Kantonalverbände wie auch Spitex Schweiz mit grossem Einsatz und Herzblut mitgestaltet – und dies über 27 Jahre hinweg!

Die abtretenden Personen wurden von den Teilnehmenden der Nationalverbandskonferenz mit grossem Applaus verabschiedet. Der Vorstand und die Geschäftsstelle bedanken sich bei Thierry Müller, André Altermatt und Annemarie Fischer für ihren enormen Einsatz und wünschen ihnen für die Zukunft nur das Beste.